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Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer, einfach erklärt
Wie lange ein Lkw-Fahrer am Tag und in der Woche fahren darf, welche Pausen und Ruhezeiten Pflicht sind und was das für den Liefertermin bedeutet.
Das Wichtigste in Kürze
- Nach 4,5 Stunden am Steuer macht der Fahrer 45 Minuten Pause. Am Tag fährt er höchstens 9 Stunden, zweimal pro Woche 10.
- Zwischen zwei Arbeitstagen braucht er mindestens 11 Stunden Ruhezeit. Höchstens dreimal zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten darf sie auf 9 Stunden verkürzt werden.
- Ein Lkw mit einem einzigen Fahrer schafft realistisch 600–800 km am Tag. Der Rest ist Ruhezeit, keine Verspätung.
Laut Routenplaner schafft man 900 Kilometer mit dem Auto in zehn Stunden. Mit einem 40-Tonner kommt dieselbe Ware meist erst am nächsten Tag an. Das liegt nicht am Tempo, sondern an den EU-Regeln dafür, wie lange ein Fahrer fahren darf.
Die Regeln gelten in der gesamten Europäischen Union. Festgelegt sind sie in der Verordnung (EG) Nr. 561/2006, die 2020 durch das Mobilitätspaket geändert wurde. Der Tachograf im Lkw zeichnet alles auf.
Die Grundregeln
| Regel | Grenze |
|---|---|
| Lenkzeit ohne Pause | höchstens 4 h 30 min |
| Pause nach 4 h 30 | 45 min (oder 15 + 30 min) |
| Tageslenkzeit | 9 h (zweimal pro Woche 10 h) |
| Tägliche Ruhezeit | 11 h (höchstens dreimal auf 9 h verkürzt) |
| Wochenlenkzeit | 56 h |
| Lenkzeit in zwei aufeinanderfolgenden Wochen | 90 h |
| Wöchentliche Ruhezeit | 45 h (unter bestimmten Bedingungen auf 24 h verkürzt) |
Die Pause von 45 Minuten kann geteilt werden: zuerst mindestens 15 Minuten, dann mindestens 30. Auch die tägliche Ruhezeit von 11 Stunden darf in zwei Teilen genommen werden, 3 und 9 Stunden, also insgesamt 12 Stunden.
Was das Mobilitätspaket geändert hat
Seit 2020 haben sich einige Regeln zugunsten der Fahrer geändert:
- die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit von 45 Stunden darf nicht mehr im Fahrerhaus verbracht werden, sondern nur in einer geeigneten Unterkunft, die der Arbeitgeber bezahlt;
- der Fahrer muss heimkehren können: nach Hause oder zur Betriebsstätte des Arbeitgebers, mindestens alle vier Wochen;
- der Lkw muss zurückkehren: in das Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, mindestens alle acht Wochen;
- um für die wöchentliche Ruhezeit nach Hause oder zur Betriebsstätte des Arbeitgebers zu kommen, darf der Fahrer die Lenkzeit ausnahmsweise um bis zu eine Stunde überschreiten; für eine regelmäßige wöchentliche Ruhezeit um bis zu zwei Stunden, wenn er vorher 30 Minuten Pause gemacht hat.
Damals wurde auch beschlossen, dass alle Lkw im internationalen Verkehr einen intelligenten Tachografen der zweiten Generation haben müssen, der auch Grenzübertritte automatisch aufzeichnet.
Was das für den Liefertermin bedeutet
Ein Lkw mit einem einzigen Fahrer schafft realistisch zwischen 600 und 800 Kilometer am Tag. So sieht ein typischer Lenktag aus:
- 4,5 Stunden Lenkzeit;
- 45 Minuten Pause;
- noch einmal 4,5 Stunden Lenkzeit;
- 11 Stunden Ruhezeit.
Bei durchschnittlich 70 km/h ergeben 9 Stunden Lenkzeit rund 630 km. Von Baia Mare nach Linz sind es zum Beispiel rund 870 km auf der Lkw-Route. Bei Abfahrt am Montagmorgen ist die Ware am Dienstagmorgen da.
Und wenn es schneller gehen muss?
Es gibt einige legale Möglichkeiten:
- verkürzte tägliche Ruhezeit von 9 Stunden, höchstens dreimal zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten;
- Lenktage mit 10 Stunden, höchstens zweimal pro Woche;
- zwei Fahrer pro Lkw: Sie wechseln sich am Steuer ab, und der Lkw steht viel kürzer still.
Nicht jeder Termin ist legal zu schaffen. Die Verordnung sagt klar: Auch wer den Transport beauftragt, also Versender und Speditionen, muss dafür sorgen, dass die geforderten Termine die Lenk- und Ruhezeiten einhalten.
Das Wichtigste für Versender
- Planen Sie pro 600–800 km einen zusätzlichen Tag ein.
- Denken Sie an das Wochenende: In Deutschland, Österreich und Ungarn dürfen Lkw über 7,5 Tonnen sonntags nicht fahren. In Österreich beginnt das Fahrverbot schon samstags um 15:00 Uhr, in Ungarn samstags um 22:00 Uhr.
- Sagen Sie uns gleich, wenn der Termin fix ist: Wir klären gemeinsam, was legal machbar ist.